Pfarrei Obernau

Buße und neue Wege – Die evangelischen Christen Obernaus haben am Buß- und Bettag in ihrem Gemeindehaus St. Elisabeth einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Predigttext der gemeinsam von der evangelischen Pfarrerin Ulrike Gitter und der katholischen Pfarrbeauftragten Karin Farrenkopf-Parraga gestalteten Andacht war das Kapitel über die Ehebrecherin aus dem Johannes-Evangelium.

Hier werde deutlich, dass Buße keine Strafe sei, sondern die Chance zur Umkehr. Dass Jesus die Ehebrecherin vor der Steinigung durch die Pharisäer rettete, heiße nicht, dass er dadurch das eheliches Fehlverhalten gebilligt habe oder das sechste Gebot außer Kraft setzen wollte. Jesus sei es darauf angekommen, die richtige Reaktion auf ein Fehlverhalten zu verdeutlichen: Die Steine seien nicht dazu da, um sie auf ertappte Sünder zu werfen. Mit ihnen müssten vielmehr Wege gepflastert werden, die in eine neue Richtung führten. Richtige Wege zueinander haben offenbar auch die beiden Kirchengemeinden gefunden. Obernaus katholische Pfarrgemeinde hat das Erdgeschoss ihrer früheren Schwestern-hauses an die evangelische Kirche vermietet.

Deren Pfarrerin Ulrike Gitter vermerkte dankbar, dass dadurch »das Pflänzchen der evangelischen Gemeinde in Obernau gut wachsen und gedeihen« konnte. Seit 2002 werden evangelische Gottesdienste im Haus St.Elisabeth an der Sulzbacher Straße gefeiert. Den Namen der Patronin hatten die Protestanten für ihren Obernauer Stützpunkt bereitwillig übernommen - wird Elisabeth doch auch in ihrer Kirche verehrt.

Da sowohl der 800. Geburtstag dieser Wohltäterin als auch das fünfjährige Bestehen der Obernauer Gemeinderäume in die gleiche Woche fiel, gab es nach dem Gottesdienst einen Geburtstagsempfang für die mehr als einhundert Besucher.eb

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