Pfarrei Obernau

Herzen und Ohren weit – Adventskonzert in St. Peter und Paul Obernau Aschaffenburg: In Obernau muss kein Schnee liegen, damit Adventstimmung aufkommt. Es gilt, die Tore, oder - um die Begrüßungsworte zu variieren - die »Herzen und die Ohren« weit zu machen, dann stellt sich der vorweihnachtliche Zauber von alleine ein. Und der beglückte im Konzert am zweiten Advent in der voll besetzten Kirche St.Peter und Paul nicht nur die Zuhörerschar, sondern beseelte auch alle Mitwirkenden, die in der Kirchengemeinde und in den Vereinen musizieren.

 

Mit einem energischen Marschthema ließ es Organist Siegfried Söder zu Beginn im Kirchenschiff kräftig »rucken«, so dass jeder rechtzeitig seine Sinne einstellen tellen konnte für die zu erwartenden Kostbarkeiten. Deren Vielfalt bereicherte der Gesangverein Harmonie gleich in verschiedenen Besetzungen: Der gemischte Chor und die Harmonie-Singers begeisterten unter der einfühlsamen Stabführung von Toni Junker mit Weihnachtsliedern und Spirituals. Spontanen Applaus gab es für den Kinderchor, der eindringlich den allerwichtigsten Weihnachtswunsch auf der Welt vor den Altar brachte: Wir wollen Frieden. Diesen läuteten mit dem alpenländischen »Glockenjodler«die warmgetönten Männerstimmen des Doppelsextetts ein. Beide Formationen leitete Hubert Stripp.

Ihr Debüt in Obernau gaben anschließend elf anmutige Damen aus Aschaffenburg, die als »Chor In Takt« mit musikalischem Feingefühl Marias Gang durch den Dornwald besangen und im »Joyfully Sing« die Ankunft des Heilands priesen.

Musikalische Schönheit und Anmut der Stimme zeichneten den Mezzosopran von Anja Kössler bei der innigen altenglischen Weihnachtsweise »Come Again« aus. Jonas Weijda war ihr einfühlsamer Begleiter an der Gittarre. Im stimmungsvollen »Scarborough fair« - bekannt durch das Duo Simon & Garfunkel« - und einem spanischen Andantio erfreute er ebenso wie Felix Bitzer und Lukas Bilz mit zarten Saitenklängen, denen sich die Altblockflöte von Luitgard Hößbacher harmonisch hinzugesellte. Beschauliche Hirtenromantik strahlten die Mandolinen des Wandervereins Edelweiß aus. Unter Birgit Pezzas umsichtigem Dirigat kam jedes einzelne Instrument kammermusikalisch fein zur Geltung.

Wer die in der Vorweihnachtszeit besungene Hauptperson ist, steht außer Frage: Es ist »Jesus Christ, Superstar«, zu dessen Ehre die Kapelle des Musikvereins Melomania unter Horst Grimm ein Medley aus dem gleichnamigen Musical schwungvoll darbot, nachdem sie zuvor in der Sprache von Altmeister Händel einen musikalischen Friedensgruß aus der »Feuerwerksmusik« ausgesandt hatte. Betörende Holzbläser, satter Blechbläserklang - da hätten in einer Barockkirche die Putten am Deckenfresko längst begeistert das Tanzbein geschwungen.

Wenigstens musikalisch wurde diese Begeisterung aufgegriffen: Organist Söder ließ beim »Dance with The Saints« die Heiligen tanzen und ließ sein königliches Instrument mit Motiven Bachs, Beethovens sowie Gospelklängen atemberaubende Kapriolen schlagen - der virtuose Schlusspunkt eines musikalisch rundum gelungenen Advents-konzerts. Die Botschaft des am Schluss gemeinsam gesungenen Liedes hieß: Es kommt der Herr der Herrlichkeit. Seine musikalischen Vorboten waren an diesem Abend bereits eingetroffen.

Main-Echo 11. Dezember 2007 Ernst Bäppler

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